Viele Firmenpodcasts bestehen auf der eigenen Website aus einer Liste von Logos mit Links zu Podcast-Apps. Das ist bequem eingerichtet und verschenkt den größten Teil der Wirkung, denn jeder Klick führt aus Ihrer Seite hinaus. Eine eigene Seite je Folge mit einem eingebauten Player kostet wenig Aufwand und macht aus einer Audiodatei einen Inhalt, der gelesen, gefunden und verschickt werden kann.
Warum eine eigene Folgenseite mehr leistet als ein Link
Eine Folgenseite ist eine Adresse, die Ihnen gehört. Sie können sie in den Newsletter setzen, im Angebot verlinken, in einer Signatur nennen und in sozialen Netzwerken teilen, ohne dass der Empfänger erst eine App installieren oder ein Konto haben muss. Wer auf die Seite kommt, kann sofort hören, und zwar bei Ihnen.
Der zweite Gewinn ist der Text auf dieser Seite. Eine Audiodatei allein enthält für Suchmaschinen nichts Lesbares. Beschreibung, Gliederung und Zitate machen die Folge auffindbar und geben Menschen, die gerade nicht hören können, eine Entscheidungsgrundlage. Viele Besucher überfliegen zuerst den Text und drücken erst dann auf den Abspielknopf.
Der dritte Gewinn ist die Übersicht. Wenn jede Folge eine eigene Seite hat, entsteht mit der Zeit ein Archiv, das Sie nach Themen sortieren und mit Ihren übrigen Inhalten verbinden können. Wie Sie das grundsätzlich aufsetzen, steht in Podcast auf der eigenen Website veröffentlichen.
Was ein guter Player können muss
Ein Podcast-Player ist mehr als ein Abspielknopf, weil Audio anders genutzt wird als Video. Zuhörer springen, hören unterbrochen weiter, erhöhen das Tempo und suchen eine bestimmte Stelle. Ein Player, der das nicht unterstützt, zwingt Menschen zurück in ihre App, und damit sind sie weg.
Besonders nützlich ist die Darstellung der Tonspur als Wellenform. Sie zeigt auf einen Blick, wo gesprochen wird und wo Musik oder Pausen liegen, und sie macht das Springen im Beitrag zu einer bewussten Bewegung statt zu einem Ratespiel auf einem dünnen Strich.
Wenn Sie mehrere Folgen auf einer Seite zeigen, sollte der Player ganze Wiedergabelisten beherrschen, damit die nächste Folge ohne neuen Seitenaufruf startet. Das Widget von auvimix bringt Wellenform und Playlists mit und spielt Video und Audio im selben Player.
- Wellenform statt dünner Fortschrittsleiste
- Sprungmarken zu den Kapiteln einer Folge
- Tempo von 1,0 bis mindestens 1,5 einstellbar
- Zehn Sekunden zurück und dreißig Sekunden vor
- Weiterhören an der Stelle, an der zuletzt gestoppt wurde
- Ganze Wiedergabelisten für mehrere Folgen auf einer Seite
- Bedienbar mit der Tastatur und auf kleinen Bildschirmen
Einbetten ohne Cookies
Für Podcast-Player gilt dieselbe Mechanik wie für Videos: Wenn die Einbindung Inhalte von einem fremden Server nachlädt und dabei Informationen auf dem Endgerät ablegt oder ausliest, ist in Deutschland regelmäßig eine Einwilligung im Spiel. Die Zusammenhänge sind in Video einbetten ohne Cookie-Banner ausführlich beschrieben.
Praktisch heißt das: Prüfen Sie, ob der Player Cookies setzt oder den lokalen Speicher nutzt, und sehen Sie sich in den Entwicklerwerkzeugen an, von welchen Adressen Ihre Folgenseite tatsächlich lädt. Ein Player, der ohne Cookies auskommt und nur von einer einzigen Adresse geladen wird, ist im Alltag deutlich leichter zu handhaben als eine Einbindung, die eine Abfrage auslöst.
Achten Sie außerdem darauf, dass die Audiodatei nicht schon beim Seitenaufruf geladen wird. Eine Folge von vierzig Minuten ist eine große Datei, und niemand braucht sie, bevor er auf den Abspielknopf gedrückt hat.
Beschreibung und Kapitel gehören in den Text
Schreiben Sie zu jeder Folge einen kurzen Text, der die Frage beantwortet, warum jemand die nächsten dreißig Minuten investieren sollte. Drei bis fünf Sätze genügen, wenn sie konkret sind: um welches Problem es geht, wer spricht und was am Ende klarer ist als vorher.
Darunter gehört eine Gliederung mit Zeitangaben. Sie hilft beim Springen, sie macht die Folge für Suchmaschinen lesbar, und sie zeigt beim Überfliegen, ob das eigene Thema vorkommt. Wenn Sie beim Schnitt ohnehin Kapitel setzen, ist diese Liste in wenigen Minuten aus dem Schnittprogramm übertragen. Wie Sie eine Folge so aufbauen, dass sich klare Kapitel ergeben, steht in Aufbau einer Podcast-Folge.
Ergänzen Sie am Ende die Links, die im Gespräch genannt wurden, und ein bis zwei wörtliche Zitate aus der Folge. Zitate eignen sich als Aufhänger für Beiträge in sozialen Netzwerken und sparen Ihnen später die Suche nach der passenden Stelle.
Newsletter und Vertrieb mitdenken
Eine Folgenseite entfaltet ihren Wert erst, wenn sie verschickt wird. Nehmen Sie jede neue Folge in den Newsletter auf, und zwar mit dem Bild, dem Titel und zwei Sätzen aus der Beschreibung, nicht nur mit einem Link. Der Abspielknopf gehört auf die Seite, nicht in die E-Mail, denn in vielen Mailprogrammen funktioniert eingebettetes Audio nicht zuverlässig.
Für den Vertrieb ist eine Folgenseite ein Argument, das man in eine Antwortmail setzen kann. Wenn ein Interessent eine Frage stellt, die Sie in einer Folge ausführlich beantwortet haben, ist der Link dorthin hilfreicher als ein langer Text, und er zeigt nebenbei, dass Sie sich mit dem Thema beschäftigen.
Sammeln Sie schließlich alle Folgen auf einer Übersichtsseite und verlinken Sie diese aus Ihrer Mediathek. Wie Sie eine solche Sammlung anlegen, beschreibt Firmenmediathek aufbauen.
Kurz gefasst
Eine eigene Seite je Folge macht aus einer Audiodatei einen Inhalt, der gefunden, gelesen und verschickt werden kann. Wichtig sind ein Player, der Springen, Tempo und Weiterhören beherrscht, eine Einbindung ohne Cookies und ein Text mit Kapiteln darunter. Der Aufwand je Folge liegt bei etwa einer halben Stunde und zahlt sich über Jahre aus.
Häufige Fragen
Brauche ich trotzdem noch die Links zu Podcast-Apps?
Ja. Viele Menschen hören unterwegs in ihrer gewohnten App und wollen abonnieren. Stellen Sie die Links unter den Player, nicht darüber, damit zuerst das Angebot sichtbar ist, direkt auf Ihrer Seite zu hören.
Soll ich ein vollständiges Transkript veröffentlichen?
Ein Transkript hilft bei der Auffindbarkeit und bei der Zugänglichkeit. Wenn die Zeit knapp ist, beginnen Sie mit Beschreibung, Kapiteln und einigen Zitaten und ergänzen das Transkript später, etwa für die meistgehörten Folgen.
Wie lang darf eine Folge sein?
Das hängt vom Thema und vom Gesprächsformat ab, nicht von einer festen Regel. Entscheidend ist, dass die Folge klar gegliedert ist, damit Zuhörer gezielt springen können. Hinweise zum Einstieg finden Sie in Firmenpodcast starten.
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