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Firmenpodcast starten: von der Idee zur ersten Folge

Ein Podcast im Unternehmen scheitert selten an der Technik und fast immer am fehlenden Thema oder am Rhythmus. Dieser Leitfaden führt von der Grundsatzfrage bis zur Veröffentlichung der ersten Folge.

Stand 23. September 20269 Minuten LesezeitPodcast

Ein Podcast ist das geduldigste Format im Unternehmen. Er verlangt keine Kamera, keinen aufgeräumten Raum und keine Person, die sich vor der Linse wohlfühlt. Er verlangt etwas anderes: ein Thema, das länger trägt als eine Folge, und die Bereitschaft, in einem Jahr noch aufzunehmen. Wer das vorher klärt, spart sich den häufigsten Verlauf eines Firmenpodcasts, nämlich drei gute Folgen und dann Stille.

Für wen ein Firmenpodcast passt und für wen nicht

Ein Podcast lohnt sich dort, wo es Erklärbedarf gibt, der sich nicht in drei Sätzen erledigen lässt. Erklärungsbedürftige Produkte, lange Entscheidungswege, fachliche Fragen, die bei jedem Kundengespräch wiederkehren: Das sind gute Ausgangspunkte. Menschen hören zu, während sie fahren, laufen oder arbeiten, und sie bleiben länger dabei als bei einem Video.

Er passt schlecht, wenn Ihr Angebot vor allem gesehen werden muss. Wer Oberflächen, Farben, Montagen oder Ergebnisse zeigt, ist mit einem Film besser bedient. In diesem Fall ist ein Blick in die Kategorie Firmenvideo sinnvoller, etwa der Leitfaden zum Firmenvideo planen. Ein Podcast ersetzt kein Bild, er ergänzt es.

Die zweite Frage ist unbequemer: Gibt es im Haus jemanden, der gern und verständlich spricht und dafür regelmäßig Zeit bekommt? Wenn die Antwort offen bleibt, verschieben Sie den Start. Ein Podcast ohne feste Verantwortung ist eine Absichtserklärung, keine Reihe.

  • Erklärungsbedürftige Leistungen mit langen Entscheidungswegen
  • Fachpublikum, das sich unterwegs weiterbildet
  • Wiederkehrende Kundenfragen, die schriftlich zu trocken wirken
  • Themen, bei denen Haltung und Erfahrung zählen, nicht das Bild

Format und Länge festlegen

Entscheiden Sie sich vor der ersten Aufnahme für eine Form und bleiben Sie mindestens zehn Folgen dabei. Üblich sind drei Grundformen: der Monolog, bei dem eine Person ein Thema erklärt, das Gespräch zwischen zwei festen Stimmen und das Interview mit wechselnden Gästen. Der Monolog ist am schnellsten produziert und am schwersten zu sprechen. Das Gespräch trägt sich fast von selbst, weil Rückfragen entstehen. Das Interview bringt frische Inhalte, kostet aber Terminabstimmung.

Die Länge ergibt sich aus dem Format, nicht aus einem Ideal. Ein Monolog zu einer klaren Frage ist nach zehn Minuten fertig und sollte dann auch enden. Ein Fachgespräch darf vierzig Minuten dauern, wenn es trägt. Entscheidend ist, dass die Länge zwischen den Folgen ähnlich bleibt, denn Hörer planen ihre Zeit.

Legen Sie zusätzlich einen Namen fest, der das Thema erkennen lässt und nicht nur den Firmennamen wiederholt. Ein Titel, der die Frage der Hörer aufgreift, wird in Suchergebnissen eher angeklickt als eine Wortmarke, die außerhalb der Branche niemand kennt.

TippNehmen Sie eine Nullfolge auf, die nie veröffentlicht wird. Sie hören darin sofort, ob Ihr Format trägt.

Rhythmus: lieber selten und verlässlich

Der Rhythmus ist die wichtigste Entscheidung nach dem Thema. Wöchentlich klingt ambitioniert und scheitert in den meisten Unternehmen am Tagesgeschäft. Monatlich ist unauffällig und hält Jahre. Vierzehntägig liegt dazwischen und funktioniert, wenn zwei Personen sich abwechseln können.

Produzieren Sie auf Vorrat. Drei fertige Folgen in der Schublade sind der einzige wirksame Schutz gegen Krankheit, Urlaub und volle Wochen. Nehmen Sie an einem Termin zwei Folgen auf, solange Mikrofon und Raum ohnehin bereitstehen, denn der Aufbau kostet mehr Zeit als die zweite Aufnahme.

Halten Sie den Veröffentlichungstag fest und schreiben Sie ihn in den Kalender wie einen Kundentermin. Ein Podcast, der mal am Dienstag und mal drei Wochen später erscheint, verliert seine Hörer nicht durch schlechte Inhalte, sondern durch Unzuverlässigkeit.

Wer spricht

Die Stimme eines Firmenpodcasts sollte zur Sache gehören. Geschäftsführung ist naheliegend, aber nicht immer die beste Wahl, denn Erfahrung aus der Werkstatt, dem Labor oder dem Support klingt konkreter als eine Position. Suchen Sie die Person, die Kunden am Telefon gut erklärt, warum etwas so und nicht anders gemacht wird.

Zwei Stimmen sind fast immer leichter als eine. Eine Person fragt, eine antwortet, und das Gespräch bekommt von selbst ein Gefälle. Die fragende Person darf ruhig weniger Fachwissen haben, denn sie vertritt die Hörer. Wichtig ist nur, dass beide sich trauen, auch einmal nachzufragen, wenn eine Antwort unklar bleibt.

Sprechen lässt sich üben, und der wirksamste Hebel ist Geschwindigkeit. Wer langsamer spricht als im Alltag, wirkt sicherer und ist besser zu verstehen. Pausen sind erlaubt, denn im Schnitt verschwinden sie ohnehin. Wer jeden Versprecher sofort korrigiert, verliert den Faden; besser ist es, den Satz noch einmal von vorn zu beginnen und die Stelle später zu kürzen.

Die erste Folge planen

Die erste Folge sollte nicht die Vorstellung des Unternehmens sein. Niemand abonniert eine Firmengeschichte. Beginnen Sie mit der Frage, die Ihnen Kunden am häufigsten stellen, und beantworten Sie sie so, wie Sie es am Telefon täten. Wer Sie sind, ergibt sich aus der Art, wie Sie antworten.

Schreiben Sie kein Wort für Wort ausformuliertes Manuskript, sondern eine Gliederung mit fünf bis sieben Punkten. Abgelesene Texte hört man sofort, weil die Betonung an den falschen Stellen liegt. Formulieren Sie nur den ersten und den letzten Satz aus, denn Anfang und Ende sind die Stellen, an denen die meisten Aufnahmen ins Stocken geraten.

Planen Sie für die erste Aufnahme das Doppelte der späteren Zeit ein. Der Aufbau dauert länger, die ersten Minuten sind meist unbrauchbar, und oft merkt man nach zehn Minuten, dass die Reihenfolge anders besser wäre. Das ist normal und gehört zum Start. Wie eine Folge sinnvoll aufgebaut ist, steht ausführlich im Beitrag zum Aufbau einer Podcastfolge.

Aufnahme, Veröffentlichung und Durchhalten

Für die Aufnahme genügt ein ruhiger Raum, ein Mikrofon und Kopfhörer. Welche Ausrüstung dafür wirklich nötig ist und welche nicht, behandelt der Beitrag zur Podcast-Technik für Einsteiger. Wichtiger als das Gerät ist der Ort: ein Besprechungsraum mit Teppich und Vorhängen liefert bessere Ergebnisse als ein leeres Büro mit Glaswand.

Nach dem Schnitt braucht die Folge einen Platz. Viele Unternehmen laden nur zu den großen Verzeichnissen hoch und vergessen die eigene Website, obwohl dort die Menschen landen, die bereits Interesse haben. Auf auvimix laden Sie die Aufnahme hoch, der Server wandelt sie serverseitig in MP3 mit Wellenform um, und Sie bekommen einen Player, der sich ohne Cookies auf jeder Seite einbetten lässt.

Durchhalten gelingt über Gewohnheit, nicht über Motivation. Legen Sie einen festen Aufnahmetag fest, sammeln Sie Themen laufend in einer einfachen Liste und akzeptieren Sie, dass nicht jede Folge gleich gut wird. Eine mittelmäßige Folge, die erscheint, ist mehr wert als eine perfekte, die nie fertig wird.

  • Themenliste führen, jede Kundenfrage kommt hinein
  • Fester Aufnahmetag im Kalender, zwei Folgen je Termin
  • Drei Folgen Vorrat halten
  • Jede Folge auf der eigenen Website einbetten, nicht nur verlinken

Kurz gefasst

Ein Firmenpodcast braucht ein Thema mit Ausdauer, eine verantwortliche Person und einen Rhythmus, der zum Betrieb passt. Technik und Schnitt sind die kleineren Hürden. Wer mit einer echten Kundenfrage startet und drei Folgen auf Vorrat produziert, kommt über die kritischen ersten Monate hinweg.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Folge sein?

So lang, wie das Thema trägt, und zwischen den Folgen möglichst ähnlich. Ein erklärender Monolog ist oft nach zehn bis fünfzehn Minuten fertig, ein Fachgespräch darf deutlich länger dauern.

Brauche ich ein Studio?

Nein. Ein ruhiger Raum mit weichen Oberflächen, ein Mikrofon und Kopfhörer genügen. Der Raum hat auf das Ergebnis mehr Einfluss als der Preis des Mikrofons.

Was, wenn nach wenigen Folgen die Themen ausgehen?

Dann war die Ausgangsfrage zu eng gewählt. Führen Sie eine laufende Liste mit Fragen aus Kundengesprächen, Angeboten und dem Support, denn daraus entstehen meist mehr Folgen, als Sie produzieren können.

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