Die Frage wird meist als Entweder-oder gestellt, und genau das führt in die Irre. Große Plattformen und ein eigener Player lösen unterschiedliche Aufgaben, und die meisten Unternehmen brauchen beides. Interessant wird es erst, wenn man je Video fragt, welche Aufgabe es erfüllen soll. Dieser Beitrag sortiert die Argumente, ohne eine Seite zur einzig richtigen zu erklären.
Wofür große Plattformen stark sind
Der wichtigste Vorteil ist die Sichtbarkeit. Auf einer großen Plattform kann ein Video gefunden werden, ohne dass jemand Ihre Website kennt. Menschen suchen dort nach Anleitungen, nach Produktbezeichnungen, nach Problemen, und wenn Ihr Video antwortet, landen Besucher bei Ihnen, die Sie anders nicht erreicht hätten. Dazu kommt die Auffindbarkeit über allgemeine Suchmaschinen, in deren Ergebnissen Videoinhalte prominent auftauchen.
Der zweite Vorteil ist technischer Natur. Große Plattformen liefern Videos weltweit zuverlässig aus, passen die Qualität automatisch an die Verbindung an und funktionieren auf praktisch jedem Gerät. Um Speicherplatz, Datenübertragung und Formate müssen Sie sich nicht kümmern.
Der dritte Vorteil ist die Gewohnheit. Die Bedienung eines bekannten Players muss niemandem erklärt werden, und ein Kanal ist ein Ort, an dem Interessierte Ihre Videos gesammelt finden und abonnieren können.
Wo sie bei Firmenvideos stören
Auf der eigenen Website kehren sich einige dieser Stärken um. Weil die Einbindung Inhalte von einem fremden Server nachlädt und dabei üblicherweise Informationen auf dem Endgerät abgelegt oder ausgelesen werden, ist in Deutschland meist eine Einwilligung im Spiel. Wie diese Mechanik genau aussieht, steht in Video einbetten ohne Cookie-Banner. Auch das ist ein Praxishinweis und keine Rechtsberatung, die Bewertung Ihres Falls gehört zu einem Anwalt.
Der zweite Punkt ist die Umgebung, die Sie nicht steuern. Am Ende der Wiedergabe oder beim Pausieren können Vorschläge fremder Videos erscheinen, und je nach Einstellung und Vertragsform ist Werbung möglich. Auf einer Angebotsseite ist das ungünstig, weil die Aufmerksamkeit dorthin wandert, wo Sie sie gerade nicht haben wollen.
Dazu kommt der Rahmen selbst: Logo, Bedienelemente und Beschriftungen gehören dem Anbieter, nicht Ihnen. Für ein Video, das im Angebot oder in einer internen Schulung auftaucht, wirkt das fremd, und Sie können daran nichts ändern.
Wann ein eigener Player sinnvoll ist
Ein eigener Player lohnt sich überall dort, wo das Video nicht gefunden, sondern gezeigt werden soll. Das ist der Fall auf der Startseite, auf Leistungs- und Produktseiten, in Angeboten, die Sie verschicken, in der Nachbetreuung von Kunden und bei allem, was nur einen begrenzten Kreis etwas angeht, etwa Schulungsvideos oder Aufnahmen aus der Fertigung.
Der zweite Fall sind Videos, die Sie gar nicht öffentlich sehen möchten. Ein Produktmuster vor dem Marktstart, eine interne Anleitung, ein Kundenprojekt, das nur mit einem Link erreichbar sein soll: Hier ist ein Kanal der falsche Ort, und ein Player mit steuerbarer Sichtbarkeit je Beitrag der richtige. Bei auvimix lässt sich das je Video einstellen, Podcast-Folgen laufen im selben Player.
Der dritte Fall betrifft die Ladezeit und die Gestaltung. Wenn Sie genau festlegen wollen, was vor dem Klick geladen wird und wie der Player aussieht, brauchen Sie die Kontrolle über die Einbindung. Was dabei technisch zählt, beschreibt Videos bremsen die Website aus.
Mischbetrieb ist der Normalfall
In der Praxis entscheidet sich kaum ein Unternehmen vollständig für eine Seite. Üblich ist eine Aufteilung nach Zweck: Was Reichweite bringen soll, steht auf der Plattform, was auf der eigenen Seite überzeugen soll, läuft über den eigenen Player. Dasselbe Video kann dabei an beiden Orten liegen, wenn die Einbindung auf der Website eben nicht vom Kanal kommt.
Das bedeutet etwas Mehrarbeit beim Hochladen, aber es trennt zwei Dinge sauber, die unterschiedliche Ziele haben. Die Plattform ist Ihr Schaufenster nach außen, die eigene Seite ist der Ort, an dem eine Kaufentscheidung entsteht.
Pflegen Sie in beiden Fällen dieselbe Ordnung bei Dateinamen und Titeln, sonst verlieren Sie nach einem halben Jahr den Überblick, welche Fassung wo liegt. Wie das geht, steht in Videos benennen und ordnen.
Checkliste für die Entscheidung
Die folgenden Fragen beantworten Sie je Video, nicht einmal für das ganze Unternehmen. Wenn Sie bei den ersten drei Punkten überwiegend zustimmen, gehört das Video auf eine Plattform. Wenn die hinteren Punkte überwiegen, spricht mehr für einen eigenen Player.
Bleiben Sie bei dieser Prüfung bei dem, was Sie selbst nachsehen können: Was lädt die Seite, was ist im Player zu sehen, wer darf das Video aufrufen. Alles andere, insbesondere die rechtliche Einordnung Ihrer konkreten Einbindung, sollten Sie prüfen lassen, statt sich auf Aussagen aus Produktbeschreibungen zu verlassen.
- Soll das Video von Menschen gefunden werden, die uns noch nicht kennen?
- Ist das Video eine Antwort auf eine typische Suchanfrage?
- Wollen wir Abonnenten und Kommentare?
- Steht das Video direkt neben einem Angebot oder einem Formular?
- Dürfen am Ende fremde Vorschläge erscheinen?
- Soll das Video nur einem begrenzten Kreis zugänglich sein?
- Wollen wir selbst bestimmen, was vor dem Klick geladen wird?
Kurz gefasst
Große Plattformen gewinnen bei Reichweite und Auffindbarkeit, ein eigener Player gewinnt überall dort, wo Sie die Umgebung und den Zugang bestimmen wollen. Die sinnvolle Antwort ist deshalb meist beides, sauber nach Zweck getrennt. Entscheiden Sie je Video und prüfen Sie die Einbindung selbst im Browser, statt sich auf Versprechen zu verlassen.
Häufige Fragen
Schadet es der Auffindbarkeit, wenn ich Videos nicht auf eine große Plattform stelle?
Sie verzichten auf die Suche innerhalb der Plattform. Für Videos, die ohnehin nur Besucher Ihrer Website ansprechen sollen, ist das kein Verlust. Für Anleitungen und Erklärungen, nach denen aktiv gesucht wird, ist die Plattform der bessere Ort.
Kann ich dasselbe Video an beiden Orten veröffentlichen?
Ja, das ist der übliche Weg. Auf der Plattform für die Reichweite, über den eigenen Player für die Einbindung auf der Website. Achten Sie darauf, dass Titel und Beschreibung zusammenpassen und Sie wissen, welche Fassung die aktuelle ist.
Was ist mit Kurzvideos im Hochformat?
Kurzvideos leben von der Verbreitung in sozialen Netzwerken, deshalb gehören sie dorthin. Auf der eigenen Seite lassen sie sich zusätzlich als Reihe zeigen. Mehr dazu steht in Kurzvideos für Unternehmen.
Videos und Podcasts, die auf Ihrer Website laufen
auvimix ist das geschlossene Medienportal für Unternehmen. Hochladen, automatisch komprimieren lassen und ohne Cookie-Banner in die eigene Website einbetten. In der Startphase kostenlos.
Kostenlos Mitglied werden auvimix ansehenMehr aus dieser Kategorie
Video auf der Website einbetten, ohne Cookie-Banner davor
Eingebettete Videos großer Plattformen verlangen in Deutschland meist eine Einwilligung, bevor sie überhaupt starten dürfen. Dieser Beitrag erklärt ...
EinbettenVideos bremsen die Website aus: so bleibt sie schnell
Ein einziges Video kann eine Seite von einer Sekunde auf zehn bringen. Mit Vorschaubild, Nachladen auf Klick und der richtigen Datenrate bleibt die ...
EinbettenPodcast-Player einbetten: Folgen auf der eigenen Seite zeigen
Ein Link zur Podcast-App schickt Zuhörer weg, eine eigene Folgenseite hält sie da. So bauen Sie Ihre Folgen auf der Website ein, ohne Umwege und oh ...