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Podcast veröffentlichen und auf der eigenen Website zeigen

Nach dem Schnitt beginnt der Teil, der über die Wirkung entscheidet: Format, Titel, Cover und die Frage, wo die Folge eigentlich zu hören ist. Die eigene Website wird dabei meist vergessen.

Stand 23. September 20267 Minuten LesezeitPodcast

Eine fertige Folge ist erst dann fertig, wenn jemand sie finden und abspielen kann. Viele Unternehmen laden ihre Aufnahmen in die großen Verzeichnisse und verlinken sie von der Website aus, womit sie ihre interessiertesten Besucher zu einem fremden Dienst schicken. Dieser Beitrag beschreibt den umgekehrten Weg: die Folge zuerst auf der eigenen Seite verfügbar machen.

Dateiformat und Datenrate

Für die Veröffentlichung hat sich MP3 durchgesetzt, weil es überall abspielbar ist. Nehmen Sie in hoher Qualität auf und wandeln Sie erst am Schluss um, denn jede Umwandlung ist ein Verlust, der sich nicht zurückholen lässt. Bewahren Sie die unbearbeitete Aufnahme zusätzlich auf, falls Sie später eine Passage neu schneiden müssen.

Bei der Datenrate gilt für Sprache ein anderer Maßstab als für Musik. Eine reine Sprachaufnahme braucht deutlich weniger als ein Musikstück, und eine einzelne Tonspur in Mono ist bei einem Monolog völlig ausreichend. Das halbiert die Dateigröße gegenüber Stereo, ohne dass es beim Hören auffällt. Bei Gesprächen mit mehreren Stimmen ist Stereo sinnvoll, wenn Sie die Sprecher hörbar trennen wollen.

Kleine Dateien sind kein Selbstzweck. Sie starten schneller, brechen in schlechten Mobilfunknetzen seltener ab und belasten die Seite weniger. Denselben Gedanken für Bewegtbild beschreibt der Beitrag zum Video komprimieren für das Web.

Titel und Beschreibung

Der Titel einer Folge wird in Listen gelesen, ohne dass Bild oder Beschreibung sichtbar sind. Er sollte deshalb allein verständlich sein. Eine Folgennummer als einziger Titel ist die schlechteste Variante, weil sie nichts verrät. Stellen Sie das Thema nach vorn und halten Sie den Titel so kurz, dass er auf einem Telefon nicht abgeschnitten wird.

Die Beschreibung ist kein Pflichtfeld, sondern der Text, der über einen Klick entscheidet. Zwei bis drei Sätze genügen: worum es geht, wer spricht und was Hörer danach wissen. Wenn Sie Namen, Fachbegriffe oder Ortsangaben nennen, schreiben Sie sie aus, denn über diese Wörter finden Menschen die Folge später wieder.

Nummerieren Sie Folgen zusätzlich, aber im Hintergrund oder am Ende des Titels. Eine klare Benennung erleichtert auch die interne Ablage; welche Muster sich dafür bewähren, steht im Beitrag zum Benennen und Ordnen von Videos.

Das Cover

Ein Podcast wird zuerst gesehen und erst danach gehört. Das Coverbild erscheint in Listen oft klein, weshalb feine Schrift und detaillierte Motive dort verschwinden. Verwenden Sie wenige große Elemente, kräftigen Kontrast und höchstens drei bis vier Wörter.

Halten Sie das Reihencover über alle Folgen gleich und arbeiten Sie mit einem Coverbild je Folge nur dann, wenn es einen erkennbaren Unterschied macht, etwa bei einem Gast oder einer Serie innerhalb der Reihe. Auf auvimix hinterlegen Sie zu jeder Folge ein eigenes Cover, ohne das Erscheinungsbild der Reihe aufzugeben.

Prüfen Sie das Ergebnis, indem Sie es auf Briefmarkengröße verkleinern und aus einem Meter Entfernung ansehen. Was dann noch lesbar ist, funktioniert auch in einer Übersicht auf dem Telefon.

TippTesten Sie das Cover zusätzlich in Graustufen, denn ein Motiv, das nur über Farbe funktioniert, verliert in dunklen Oberflächen an Kontrast.

Die Folge einbetten statt nur verlinken

Ein Link führt Besucher von Ihrer Seite weg, und in vielen Fällen kommen sie nicht zurück. Ein eingebetteter Player lässt sie dort, wo sie ohnehin sind, und zwar mitten im Text, der sie zum Thema geführt hat. Das ist besonders auf Leistungsseiten wirksam, weil die Folge dort die Frage beantwortet, die der Text aufwirft.

Achten Sie beim Einbetten darauf, dass kein fremdes Skript nachgeladen wird, das Besucher erfasst, bevor sie zugestimmt haben. Sonst brauchen Sie für den Player einen Zustimmungsdialog, und jeder zusätzliche Klick kostet Hörer. Ein Player ohne Cookies löst dieses Problem an der Wurzel. Die technischen Hintergründe dazu stehen im Beitrag zum Video einbetten und Datenschutz und speziell für Audio im Beitrag zum Podcast-Player einbetten.

Legen Sie außerdem eine Übersichtsseite an, auf der alle Folgen untereinander stehen. Sie ist die Adresse, die Sie in Signaturen, Angeboten und auf Visitenkarten nennen, und sie funktioniert unabhängig davon, welche Verzeichnisse Sie zusätzlich bespielen.

Interne Verwendung im Vertrieb

Podcastfolgen sind im Vertrieb nützlicher, als ihr Ruf vermuten lässt. Eine Folge, die eine wiederkehrende Frage beantwortet, lässt sich einem Angebot beilegen und spart das vierte Telefonat zum selben Thema. Der Interessent hört sie, wann es passt, und oft hört sie noch eine zweite Person im Unternehmen mit.

Nicht jede Aufnahme gehört dabei an die Öffentlichkeit. Interne Schulungen, Einarbeitungen oder Aufzeichnungen für den Außendienst sind wertvoll, aber nicht für Kunden bestimmt. Eine Sichtbarkeit je Beitrag, also öffentlich, nur für Mitglieder oder privat, trennt das sauber, ohne zwei Systeme zu pflegen. Playlists helfen, Folgen zu bündeln, etwa alle Aufnahmen zur Einarbeitung neuer Mitarbeitender.

Pflegen Sie eine kurze Liste, welche Folge zu welcher typischen Frage passt, und geben Sie sie dem Vertrieb an die Hand. Ohne diese Liste kennt nach einem halben Jahr niemand mehr den Bestand, und die Arbeit von zwanzig Folgen liegt ungenutzt herum.

  • Folge zum Angebot mitschicken statt das Gespräch zu wiederholen
  • Interne Aufnahmen auf nicht öffentlich stellen
  • Playlists für Einarbeitung, Produktgruppen oder Veranstaltungen
  • Eine Übersicht führen, welche Folge welche Frage beantwortet

Barrierefreiheit durch eine Zusammenfassung im Text

Audio hat eine grundsätzliche Schwäche: Wer nicht hören kann oder nicht hören will, bekommt den Inhalt nicht. Eine Zusammenfassung im Text unter dem Player löst das mit überschaubarem Aufwand. Sie muss keine vollständige Abschrift sein; sinnvoll sind die Kernaussagen in Absätzen, ergänzt um die wichtigsten Begriffe und Namen.

Dieser Text hat einen zweiten Nutzen. Suchmaschinen lesen keine Tondateien, wohl aber die Seite drumherum. Eine Folge mit Zusammenfassung wird deshalb gefunden, eine ohne bleibt unsichtbar. Verlinken Sie aus dem Text auf verwandte Seiten Ihres Angebots, dann arbeitet die Folge auch dann, wenn niemand auf Abspielen drückt.

Wenn Sie zusätzlich Videofassungen Ihrer Folgen veröffentlichen, gehören dort Untertitel dazu; wie Sie die erstellen, beschreibt der Beitrag zum Untertitel erstellen.

Kurz gefasst

Veröffentlichen heißt nicht hochladen, sondern auffindbar machen. Ein sauber benanntes MP3 mit passender Datenrate, ein lesbares Cover, ein eingebetteter Player auf der eigenen Seite und eine Zusammenfassung im Text machen aus einer Aufnahme einen Beitrag, der weiterarbeitet. Interne Folgen bleiben dabei getrennt vom öffentlichen Bestand.

Häufige Fragen

Welches Format soll ich für die Veröffentlichung wählen?

MP3 ist der verlässlichste Weg, weil es überall abspielbar ist. Bei reiner Sprache genügt Mono, was die Datei deutlich kleiner macht, ohne dass es beim Hören auffällt.

Reicht es, die Folge zu verlinken?

Ein Link schickt Ihre interessiertesten Besucher weg. Ein eingebetteter Player hält sie auf Ihrer Seite und funktioniert im Text genau dort, wo die Frage aufkommt.

Muss ich eine vollständige Abschrift veröffentlichen?

Nein. Eine Zusammenfassung der Kernaussagen in einigen Absätzen genügt für die meisten Zwecke und macht die Folge zugleich auffindbar.

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