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Licht für Videoaufnahmen: mit Fenster, Halle und zwei Lampen

Für brauchbares Licht brauchen Sie selten mehr als ein Fenster und im Zweifel zwei Lampen. Entscheidend ist, woher das Licht kommt, nicht wie viel davon vorhanden ist.

Stand 23. September 20267 Minuten LesezeitTechnik

Licht ist der Unterschied zwischen einer Aufnahme, die nach Überwachungskamera aussieht, und einer, die nach Absicht aussieht. Dabei geht es selten um Menge. Moderne Kameras und Smartphones kommen mit wenig Licht zurecht. Sie kommen nur nicht damit zurecht, wenn das Licht aus der falschen Richtung fällt, wenn zwei Lichtfarben aufeinandertreffen oder wenn die hellste Fläche im Bild hinter der Person liegt.

Das Fenster ist Ihre größte Lampe

In jedem Büro steht die beste Lichtquelle bereits an der Wand. Ein Fenster liefert eine große, weiche Fläche, und große Flächen erzeugen weiche Schatten. Genau das brauchen Gesichter. Stellen Sie die Person nicht frontal vor das Fenster und auch nicht mit dem Rücken dazu, sondern schräg, sodass das Licht etwa aus Richtung der Kamera auf das Gesicht fällt und die abgewandte Seite leicht abschattet.

Bedeckter Himmel ist für diesen Zweck besser als Sonnenschein. Direkte Sonne erzeugt harte Kanten, brennt helle Flecken ins Gesicht und lässt Menschen blinzeln. Fällt sie ins Zimmer, hängen Sie einen dünnen hellen Vorhang davor oder weichen Sie auf ein Fenster an der Schattenseite aus.

Denken Sie daran, dass Tageslicht wandert. Eine Einstellung, die um zehn Uhr gut aussieht, sieht um zwei Uhr anders aus, und eine vorbeiziehende Wolke ändert die Helligkeit sogar innerhalb einer Einstellung. Drehen Sie zusammengehörende Aufnahmen deshalb zügig hintereinander, so wie es der Drehplan aus Firmenvideo planen ohnehin vorsieht.

Gegenlicht: der häufigste Fehler

Die typische Fehlaufnahme entsteht, wenn jemand mit dem Rücken zum Fenster sitzt. Die Kamera richtet ihre Belichtung nach der hellsten Fläche im Bild aus, also nach dem Fenster, und macht das Gesicht davor dunkel. Manuell nachzuregeln hilft nur halb, denn dann ist zwar das Gesicht richtig belichtet, das Fenster aber eine weiße Fläche ohne Zeichnung.

Die Lösung ist fast immer die einfachste: Drehen Sie die Blickrichtung um. Die Person schaut zum Fenster, die Kamera steht mit dem Rücken dazu. Lässt sich das nicht einrichten, schließen Sie Rollo oder Vorhang und arbeiten mit Kunstlicht, oder Sie setzen eine Lampe vor die Person, die stark genug ist, um gegen das Fenster anzukommen.

Derselbe Fehler passiert in der Halle vor einem offenen Tor. Auch dort gilt: Die helle Fläche gehört nicht hinter die Person, es sei denn, die Silhouette ist ausdrücklich gewollt.

Mischlicht und Farbtemperatur

Lichtquellen haben unterschiedliche Farben. Tageslicht wirkt bläulich, ältere Bürolampen warm gelblich, Hallenleuchten oft grünlich. Die Kamera kann darauf nur einen Weißabgleich einstellen. Treffen zwei Lichtfarben auf dasselbe Gesicht, wird eine Seite blaustichig und die andere gelbstichig, und dieser Eindruck lässt sich im Schnitt kaum noch trennen.

Entscheiden Sie sich deshalb für eine dominierende Lichtart. Entweder Sie schalten das Deckenlicht aus und arbeiten mit dem Fenster, oder Sie schließen die Vorhänge und arbeiten mit Lampen. Wenn beides zusammen sein muss, stellen Sie die Lampen auf die Farbtemperatur des Tageslichts ein, sofern sie das zulassen.

Stellen Sie den Weißabgleich fest ein, statt ihn der Automatik zu überlassen. Automatiken korrigieren mitten in der Einstellung nach, sobald sich etwas Helles im Bild bewegt, und dieser Farbsprung fällt beim Ansehen sofort auf.

Zwei Lampen reichen für fast alles

Für Innenaufnahmen mit Menschen genügt ein einfacher Aufbau. Das Hauptlicht steht schräg vor der Person, etwa im Winkel zwischen Kamera und Blickrichtung, und ist die hellste Quelle im Bild. Das zweite Licht steht auf der anderen Seite, deutlich schwächer, und hellt die Schatten nur so weit auf, dass sie Zeichnung behalten. Verschwinden die Schatten vollständig, wirkt das Gesicht flach.

Beide Lampen sollten möglichst große Flächen abgeben. Ein Stoffschirm, eine helle Wand als Reflexionsfläche oder eine dünne Bespannung machen aus einer harten Quelle eine weiche. Eine nackte Lampe direkt auf das Gesicht ist die zuverlässigste Art, eine Aufnahme unbrauchbar zu machen.

  • Hauptlicht schräg von vorn, hellste Quelle im Bild
  • Aufhellung von der Gegenseite, deutlich schwächer eingestellt
  • Wenn eine dritte Lampe da ist: seitlich von hinten auf Schulter und Haar, das trennt die Person vom Hintergrund
  • Alle Quellen weich machen, über Schirm, Bespannung oder helle Wand
TippSchalten Sie zuerst das Deckenlicht aus und bauen Sie das Licht von null auf. Es ist leichter, Licht hinzuzufügen, als vorhandenes Licht zu korrigieren.

Licht in Werkhallen

In der Halle kommt das Licht von oben. Für Maschinen ist das brauchbar, für Gesichter nicht: Augenhöhlen liegen im Schatten, unter Nase und Kinn entstehen harte Kanten. Wenn Menschen in der Halle sprechen sollen, brauchen sie zusätzliches Licht von vorn, notfalls eine einzelne weiche Lampe auf einem Stativ. Dass parallel auch der Ton in der Halle zum Problem wird, kommt erschwerend hinzu.

Hallenbeleuchtung kann außerdem flackern, weil sie im Takt des Stromnetzes arbeitet. Im Video zeigt sich das als wandernder Streifen oder als Pulsieren der Helligkeit. Prüfen Sie es mit einer kurzen Probeaufnahme, die Sie sofort ansehen. Hilft eine andere Bildrate nicht, ändern Sie die Belichtungszeit oder schalten Sie einzelne Leuchtengruppen ab.

Achten Sie auf Ihren eigenen Schatten und auf den Schatten des Stativs. In Hallen mit vielen Lichtpunkten wirft jede Person mehrere Schatten gleichzeitig. Ein Schritt zur Seite löst das häufig, ein anderer Kamerastandpunkt fast immer.

Gesichter und Maschinen wollen verschiedenes Licht

Gesichter brauchen weiches Licht von vorn, Werkstücke brauchen Licht von der Seite. Erst ein flacher Lichteinfall macht Oberflächen sichtbar: Fräsrillen, Schweißnähte, Holzmaserung, Gewebe. Wenn Sie ein Detail zeigen wollen, drehen Sie entweder das Teil oder die Lampe, bis die Struktur im Bild erkennbar wird.

Blanke Metallflächen und Lack spiegeln alles, was um sie herum steht, einschließlich Lampe, Kamera und Ihnen selbst. Gegen Spiegelungen hilft kein stärkeres Licht, sondern ein anderer Winkel. Versetzen Sie die Lampe, bis die Spiegelung aus dem Bildausschnitt wandert, oder nutzen Sie eine große weiche Fläche, deren Spiegelung nicht stört.

Machen Sie vor dem Drehtag eine Probeaufnahme am echten Ort, zur gleichen Tageszeit, und sehen Sie sie auf einem großen Bildschirm an. Auf dem Kameradisplay sehen Bilder fast immer besser aus, als sie sind. Für Aufnahmen im Hochformat gilt das genauso, dort kommen die Fragen aus Hochformat richtig filmen hinzu. Auch das Vorschaubild, das auvimix beim Hochladen automatisch erzeugt, stammt aus dem Film selbst und zeigt entsprechend, wie sorgfältig ausgeleuchtet wurde.

Kurz gefasst

Licht muss nicht aufwendig sein, es muss aus der richtigen Richtung kommen. Ein Fenster seitlich, keine helle Fläche hinter der Person, eine einzige Lichtfarbe und bei Bedarf zwei weiche Lampen decken den Alltag ab. Die Probeaufnahme am Drehort kostet fünf Minuten und verhindert die meisten Überraschungen.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Lampe, wenn genug Tageslicht da ist?

Meistens nicht. Ein seitlich stehendes Fenster reicht für Gesichter aus. Eine kleine Lampe ist nur nützlich, um die Schattenseite leicht aufzuhellen oder um an trüben Tagen nachzuhelfen.

Warum sieht das Bild auf einer Gesichtshälfte gelblich und auf der anderen bläulich aus?

Das ist Mischlicht. Tageslicht und Bürolampen haben verschiedene Farben, und die Kamera kann nur eine davon als Weiß festlegen. Schalten Sie eine der beiden Quellen aus oder gleichen Sie die Farbtemperatur an.

Wie gehe ich mit flackerndem Hallenlicht um?

Das Flackern entsteht durch den Takt des Stromnetzes. Prüfen Sie es mit einer Probeaufnahme und ändern Sie Bildrate oder Belichtungszeit, bis das Pulsieren verschwindet. Hilft das nicht, schalten Sie die betroffenen Leuchten ab und arbeiten mit eigenen Lampen.

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