Ein Firmenvideo ist schnell gedreht und noch schneller vergessen. Der Unterschied zwischen einem Film, den Kunden bis zum Ende ansehen, und einem, der nach zehn Sekunden weggeklickt wird, entsteht lange vor dem Dreh. Er entsteht in der Planung. Wer fünf Fragen vorher beantwortet, spart am Drehtag Stunden und bekommt ein Video, das eine Aufgabe erfüllt.
Schritt 1: Für wen drehen Sie?
Die erste Frage ist die unbequemste, weil die ehrliche Antwort fast nie "für alle" lautet. Ein Video für Einkäufer im Maschinenbau sieht anders aus als eines für Bewerber. Der Einkäufer will Fertigungstiefe, Toleranzen und Liefertreue sehen. Der Bewerber will wissen, wie es in der Halle riecht und wer neben ihm stehen wird.
Legen Sie deshalb eine einzige Zielgruppe fest und notieren Sie in einem Satz, was diese Person nach dem Video wissen oder fühlen soll. Dieser Satz ist der Maßstab für jede spätere Entscheidung: Wenn eine Einstellung nichts zu diesem Satz beiträgt, fliegt sie raus.
- Kunden, die schon angefragt haben und noch zögern
- Kunden, die Sie noch nicht kennen
- Bewerber und ihr Umfeld
- Partner, Lieferanten, Banken
Schritt 2: Ein Thema, nicht fünf
Der häufigste Fehler in Firmenvideos ist die Vollständigkeit. Sobald Geschäftsführung, Vertrieb und Technik ihre Wünsche beigesteuert haben, enthält ein Film die Geschichte der Firma, das gesamte Leistungsspektrum, die Werte und die Ausbildungsplätze. Danach bleibt beim Zuschauer nichts hängen.
Entscheiden Sie sich für ein Thema je Video. Ein Rundgang durch die Fertigung ist ein Video. Die neue Laseranlage ist ein zweites. Die Ausbildung ist ein drittes. Drei kurze Filme werden häufiger angesehen als ein langer, und sie lassen sich getrennt verschicken, verlinken und einbetten.
Schritt 3: Das Skript in drei Spalten
Ein Skript für ein Firmenvideo braucht keine Drehbuchsoftware. Eine Tabelle mit drei Spalten genügt: links die Einstellung, in der Mitte der Text oder die Handlung, rechts der Ton. Wer so plant, merkt beim Schreiben, ob die Reihenfolge trägt, und er weiß am Drehtag, wie viele Einstellungen fehlen.
Wie so eine Tabelle im Detail aussieht, steht im Leitfaden für das Skript. Halten Sie die gesprochenen Sätze kurz. Ein Satz, der laut vorgelesen mehr als zwölf Sekunden braucht, ist zu lang. Schreiben Sie so, wie Sie sprechen, und lesen Sie jeden Satz einmal laut. Was sich beim Vorlesen verhakt, verhakt sich auch vor der Kamera.
Schritt 4: Der Drehplan für einen halben Tag
Planen Sie den Dreh so, dass er an einem halben Tag fertig ist. Das zwingt zur Beschränkung und hält die Belastung für den Betrieb klein. Ordnen Sie die Einstellungen nicht nach der späteren Reihenfolge im Film, sondern nach Orten, damit Sie nicht zweimal in dieselbe Halle laufen. Wenn Sie mit dem Smartphone drehen, hilft die Checkliste für den Dreh.
Klären Sie vorher, wer im Bild zu sehen ist, und holen Sie die Einwilligung der Mitarbeitenden schriftlich ein. Das ist keine Formalität, sondern erspart Ihnen später die Frage, ob ein Video noch gezeigt werden darf, wenn jemand das Unternehmen verlässt.
- Alle Einstellungen je Ort zusammenfassen
- Für jede Einstellung zwei bis drei Aufnahmen drehen
- Zusätzliche Bilder ohne Menschen aufnehmen, sie retten später jeden Schnitt
- Am Ende des Drehs prüfen, ob Ton und Bild jeder Einstellung brauchbar sind
Schritt 5: Veröffentlichung von Anfang an mitdenken
Ein Video, das nach dem Schnitt auf einem Laufwerk liegt, hat keinen Wert. Entscheiden Sie schon in der Planung, wo der Film erscheinen soll: auf der Startseite, auf einer Leistungsseite, im Angebot als Link, im Bewerbungsprozess, im Newsletter.
Daraus ergeben sich technische Vorgaben. Ein Video für die Website braucht ein Format, das schnell lädt und ohne Cookie-Banner läuft. Ein Video für den Vertrieb braucht eine Adresse, die sich per Mail verschicken lässt. Auf auvimix laden Sie den Film einmal hoch, der Server verkleinert ihn, und Sie bekommen beides: eine Seite zum Teilen und ein Widget zum Einbetten.
Kurz gefasst
Gute Firmenvideos entstehen aus Entscheidungen, nicht aus Ausrüstung. Wer Zielgruppe, Thema, Skript, Drehplan und Veröffentlichung vorher klärt, dreht in einem halben Tag ein Video, das seine Aufgabe erfüllt. Alles andere lässt sich später verbessern.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Firmenvideo sein?
So lang wie nötig, aber selten länger als zwei Minuten. Für die Startseite reichen meist 60 bis 90 Sekunden, für eine Produkterklärung auch drei Minuten, wenn der Inhalt trägt.
Brauche ich eine Agentur?
Für den Imagefilm mit Drohne und Sprecher lohnt sich professionelle Hilfe. Für den Alltag, also Einblicke, Produktdetails und kurze Erklärungen, reicht ein Smartphone und ein geplanter halber Tag. Wichtiger als die Kamera ist dabei guter Ton.
Was kostet ein Firmenvideo?
Die Spanne ist groß und hängt vom Anspruch ab. Rechnen Sie in Aufwand statt in Preisen: Ein selbst gedrehtes Video kostet einen halben Tag Arbeitszeit plus Schnitt, ein produzierter Film mehrere Drehtage und Nachbearbeitung.
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