Das Wort Skript schreckt ab, weil es nach Filmproduktion klingt. Für ein Firmenvideo bedeutet es etwas viel Einfacheres: eine Tabelle, die vor dem Dreh festhält, welche Einstellung gebraucht wird, was in dieser Einstellung passiert und was dabei zu hören ist. Wer sich dafür eine Stunde am Schreibtisch nimmt, dreht schneller, schneidet schneller und muss seltener nachdrehen.
Warum eine Stunde am Schreibtisch den Drehtag rettet
Ohne Skript läuft ein Drehtag meist nach demselben Muster ab. Man filmt, was gerade gut aussieht, redet mit den Beteiligten über die Reihenfolge und merkt erst beim Schnitt, dass die entscheidende Einstellung fehlt. Dann steht ein zweiter Termin an, mit denselben Personen, demselben Licht und derselben Unruhe im Betrieb.
Mit einem Skript kehrt sich die Reihenfolge um. Sie entscheiden am Schreibtisch, was der Film erzählen soll, und am Drehtag arbeiten Sie eine Liste ab. Das nimmt Druck aus der Situation, weil niemand vor der Kamera improvisieren muss und weil jeder Beteiligte vorher weiß, was von ihm erwartet wird.
Der zweite Nutzen ist die Abstimmung im Team. Ein Skript lässt sich verschicken, kommentieren und freigeben, bevor Aufwand entsteht. Wenn die Geschäftsführung den Text erst nach dem Schnitt sieht, wird es teuer. Wie sich solche Schleifen begrenzen lassen, steht in Was ein Firmenvideo an Aufwand kostet.
- Welche Einstellungen gebraucht werden und wie viele es insgesamt sind
- Wer vor der Kamera steht und wer nur im Hintergrund zu sehen ist
- Welche Orte im Betrieb betreten werden und wann dort Ruhe herrscht
- Welche Texte gesprochen werden und wer sie spricht
Die Vorlage: drei Spalten, mehr nicht
Legen Sie eine Tabelle mit drei Spalten an, in der Textverarbeitung oder in der Tabellenkalkulation, das ist gleichgültig. Jede Zeile ist eine Einstellung. Links steht, was die Kamera sieht, in der Mitte, was passiert oder gesagt wird, rechts, was zu hören ist. Mehr Struktur braucht ein Firmenvideo nicht.
Die linke Spalte beschreibt das Bild in wenigen Worten, also Motiv, Bildausschnitt und Perspektive. "Halle, halbnah, Maschine von der Seite" genügt. Die mittlere Spalte enthält entweder den wörtlichen Text oder die Handlung, etwa "Hand legt Werkstück ein". Die rechte Spalte ist die, die am häufigsten vergessen wird: Originalton, Sprecher, Musik oder bewusst Stille.
Nummerieren Sie die Zeilen, dann können Sie am Drehtag abhaken und beim Schnitt jede Datei einer Nummer zuordnen. Diese Nummern sind auch die Grundlage für eine saubere Dateibenennung, wie sie in Videos benennen und ordnen beschrieben ist.
- Spalte 1, Einstellung: Motiv, Bildausschnitt, Perspektive, gegebenenfalls Bewegung
- Spalte 2, Text oder Handlung: wörtlicher Satz oder knappe Beschreibung dessen, was geschieht
- Spalte 3, Ton: Originalton, Sprecherstimme, Musik, Atmosphäre oder Stille
Jeden Satz einmal laut lesen
Geschriebene Sätze und gesprochene Sätze folgen unterschiedlichen Regeln. Was auf dem Papier präzise wirkt, wird vor der Kamera zur Stolperfalle, sobald es Schachtelsätze, Substantivketten oder Abkürzungen enthält. Lesen Sie deshalb jeden Satz aus der mittleren Spalte einmal laut vor, am besten in normalem Sprechtempo und mit gestoppter Zeit.
Dabei fällt zweierlei auf. Erstens hören Sie, wo die Zunge hängen bleibt, und können umformulieren, bevor die Kamera läuft. Zweitens bekommen Sie ein Gefühl für die Länge. Ein Satz, der beim Vorlesen mehr als zwölf Sekunden braucht, gehört geteilt. Kurze Hauptsätze klingen vor der Kamera nicht primitiv, sie klingen sicher.
Für die Bildlänge gilt eine ähnliche Faustregel. Eine ruhige Einstellung ohne Text trägt wenige Sekunden, dann wird sie langweilig. Einstellungen mit Bewegung oder mit gesprochenem Text dürfen länger stehen, solange der Ton sie füllt. Wenn Sie unsicher sind, drehen Sie lieber zu lang, denn kürzen lässt sich im Schnitt immer, verlängern nie.
Fehler, die im Skript entstehen und erst im Schnitt auffallen
Die meisten Probleme eines Firmenvideos stecken schon in der Tabelle. Der häufigste ist die Werbesprache: Sätze über Qualität, Leidenschaft und Innovation, die für jedes Unternehmen gelten und deshalb für keines. Ersetzen Sie jede Behauptung durch etwas Überprüfbares, also durch eine Zahl aus Ihrer Fertigung, eine Frist oder einen Arbeitsschritt, den man sehen kann.
Der zweite Fehler ist der fehlende Ton. In vielen Skripten ist die rechte Spalte leer, und am Drehtag nimmt die Kamera auf, was der Raum hergibt. Das Ergebnis ist eine Halle, die alles überlagert. Planen Sie den Ton mit, so wie es Guter Ton im Video im Detail beschreibt.
Der dritte Fehler ist die fehlende Auflösung am Ende. Ein Film, der mit einer Einstellung der Fassade endet, lässt den Zuschauer allein. Schreiben Sie in die letzte Zeile, was passieren soll: eine Adresse, eine Telefonnummer, ein Hinweis auf eine Seite. Ein einziger klarer Hinweis reicht.
- Behauptungen ohne Beleg statt sichtbarer Arbeitsschritte
- Leere Ton-Spalte und deshalb unbrauchbarer Originalton
- Zu viele Einstellungen für die geplante Länge
- Kein erkennbarer Abschluss und kein Hinweis, was der Zuschauer tun soll
- Texte, die niemand vorher laut gelesen hat
Beispielaufbau für ein Video über eine Leistung
Angenommen, Sie wollen eine einzelne Leistung erklären, etwa eine Reparatur, eine Prüfung oder eine Montage. Ein tragfähiger Aufbau kommt mit sechs bis acht Zeilen aus. Er beginnt mit dem Problem, zeigt dann die Arbeit in der Reihenfolge, in der sie tatsächlich stattfindet, und endet mit dem Ergebnis.
Die erste Zeile zeigt die Ausgangslage, also den Zustand, wegen dem Kunden anrufen. Die zweite nennt in einem Satz, worum es geht. Die mittleren Zeilen zeigen drei bis vier Arbeitsschritte, jeder in einer eigenen Einstellung, jeder mit Originalton. Die vorletzte Zeile zeigt das Ergebnis, die letzte den Hinweis, wie man Sie erreicht.
Dieser Aufbau lässt sich für jede weitere Leistung wiederverwenden. Sie tauschen nur die Motive aus und behalten die Struktur. Wer so arbeitet, hat nach einigen Monaten eine Reihe gleichartiger Filme, die zusammen eine Übersicht ergeben. Auf auvimix lassen sich solche Filme zu einer Playlist zusammenfassen und als Block auf einer Leistungsseite einbetten.
- Zeile 1, Ausgangslage: das Problem, so wie der Kunde es kennt
- Zeile 2, Einordnung: ein Satz, worum es in diesem Video geht
- Zeilen 3 bis 6, Arbeitsschritte: je eine Einstellung mit Originalton
- Zeile 7, Ergebnis: der Zustand nach der Arbeit
- Zeile 8, Abschluss: ein Hinweis, wie man Sie erreicht
Kurz gefasst
Ein Skript ist die günstigste Versicherung gegen einen zweiten Drehtag. Drei Spalten, nummerierte Zeilen und einmal laut gelesene Sätze genügen, um aus einer Idee eine abarbeitbare Liste zu machen. Der Aufbau, den Sie einmal entwickeln, trägt danach jedes weitere Video.
Häufige Fragen
Muss der gesprochene Text wörtlich im Skript stehen?
Bei Sprechertexten und bei Sätzen in die Kamera ja, denn dort zählt jede Formulierung. Bei Interviewantworten reicht die Frage im Skript, weil eine auswendig gelernte Antwort steif wirkt. Notieren Sie dort statt des Textes die Kernaussage, die in der Antwort vorkommen soll.
Wie viele Einstellungen braucht ein Video von 90 Sekunden?
Als grobe Orientierung zwischen zehn und zwanzig, je nachdem wie viel gesprochen wird. Viele kurze Einstellungen wirken lebendig, brauchen aber mehr Drehzeit. Zählen Sie die geplanten Sekunden in der Tabelle zusammen, dann sehen Sie vor dem Dreh, ob die Rechnung aufgeht.
Lohnt sich ein Skript auch für ein Video von 30 Sekunden?
Gerade dort. Bei kurzer Laufzeit fällt jede überflüssige Einstellung auf, und es bleibt kein Platz für Umwege. Für kurze Clips genügen oft vier bis sechs Zeilen, die Sie in wenigen Minuten notieren, bevor Sie zum Drehort gehen.
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