Wer zum ersten Mal ein Kurzvideo drehen soll, steht meist nicht vor einem technischen, sondern vor einem inhaltlichen Problem. Die Kamera ist da, die Zeit wäre da, aber es fällt niemandem etwas ein. Das liegt daran, dass der eigene Betrieb von innen unspektakulär wirkt. Die folgende Sammlung dreht diesen Blick um und benennt zwanzig Situationen, die sich fast überall filmen lassen.
Warum die Ideenliste das eigentliche Werkzeug ist
Eine gute Idee im Moment des Geschehens zu haben ist schwer, weil in diesem Moment gearbeitet wird. Eine vorbereitete Liste löst das: Wer weiß, dass fertige Arbeiten und anlaufende Maschinen auf der Liste stehen, erkennt diese Situationen, sobald sie eintreten, und greift zum Handy.
Behandeln Sie die folgenden zwanzig Punkte deshalb nicht als Pflichtprogramm, sondern als Vorlage. Streichen Sie, was bei Ihnen nicht passt, und ergänzen Sie, was nur in Ihrem Betrieb vorkommt. Eine Liste mit zehn passenden Punkten ist mehr wert als eine mit zwanzig fremden. Wie das Format grundsätzlich funktioniert, steht unter Kurzvideos im Unternehmen.
Zwanzig Ideen, die sich sofort drehen lassen
Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Beginnen Sie mit dem Punkt, der in dieser Woche ohnehin ansteht, denn der erste Clip soll aus dem Arbeitsablauf fallen und nicht zusätzlich geplant werden.
- Die fertige Baustelle am letzten Tag, einmal langsam vom Eingang bis zur gegenüberliegenden Wand
- Ein Detail aus der Nähe, etwa eine saubere Naht, eine Fuge oder eine Kante
- Eine Maschine im Anlauf, von der Stille bis zum vollen Betrieb
- Der geöffnete Werkzeugkoffer mit einer kurzen Erklärung, was tatsächlich täglich gebraucht wird
- Eine neue Kollegin oder ein neuer Kollege stellt sich in drei Sätzen vor
- Die Anlieferung am Morgen, vom haltenden Lkw bis zum eingeräumten Lager
- Der Messestand vor der Öffnung, wenn noch niemand davorsteht
- Ein Wartungstipp, den Kunden selbst umsetzen können
- Vorher und nachher als zwei Aufnahmen vom exakt gleichen Standpunkt
- Ein Material im Rohzustand neben demselben Material nach der Bearbeitung
- Der Blick über die Schulter bei einem Handgriff, der Übung verlangt
- Ein Werkzeug, das die meisten Leute noch nie gesehen haben, mit einem Satz zur Funktion
- Die Antwort auf die Frage, die im Verkaufsgespräch am häufigsten kommt
- Ein Arbeitsschritt im Zeitraffer, etwa das Aufbauen eines Gerüsts oder das Verlegen einer Fläche
- Die Werkstatt am frühen Morgen, bevor jemand da ist
- Ein Fehler, der teuer wird, und wie man ihn vermeidet
- Die Prüfung oder Messung am Ende eines Auftrags
- Ein Blick in den Fuhrpark oder in das Lager, mit einer Zahl, die Sie tatsächlich kennen
- Ein Azubi zeigt, was er in den ersten Monaten gelernt hat
- Der Rückblick auf ein abgeschlossenes Projekt mit zwei Aufnahmen vom Anfang und vom Ende
Aus der Liste wird ein Plan
Zwanzig Ideen sind noch kein Plan, sondern ein Vorrat. Der Plan entsteht, wenn Sie den Punkten einen Zeitpunkt geben. Sortieren Sie zuerst danach, was an einen Termin gebunden ist, etwa eine Messe, eine Lieferung oder ein Projektabschluss. Diese Punkte stehen fest und können nicht verschoben werden.
Alles Übrige ist beliebig verfügbar und füllt die Lücken. Detailaufnahmen, Werkzeugerklärungen und Antworten auf Kundenfragen lassen sich an jedem beliebigen Tag drehen, deshalb eignen sie sich als Vorrat für Wochen, in denen sonst nichts passiert. Wer mehrere davon an einem Vormittag aufnimmt, hat einen Puffer. Der Ablauf dafür steht unter Kurzvideo-Serie planen.
Halten Sie den Plan schriftlich fest, auch wenn er nur aus zwei Spalten besteht: links die Idee, rechts der Termin. Ein Plan im Kopf überlebt die erste anstrengende Woche nicht.
Was sich wiederholen lässt
Einzelne Clips sind gut, wiederkehrende Formate sind besser. Wenn Zuschauer wissen, was sie erwartet, steigt die Bereitschaft, den nächsten Clip anzusehen. Aus der Liste oben eignen sich mehrere Punkte für eine feste Reihe: das Detail der Woche, die Frage aus dem Verkaufsgespräch, das Vorher und Nachher eines Auftrags.
Eine Reihe braucht einen erkennbaren Anfang. Das kann eine gleichbleibende erste Einstellung sein, eine feste Formulierung im Titel oder schlicht dieselbe Schrift auf der Einblendung. Mehr ist nicht nötig, und mehr wäre bei der Menge an Clips auch zu aufwendig.
Damit die Reihe auffindbar bleibt, brauchen die Dateien und Beiträge gleichbleibende Namen. Aus Erfahrung ist das der Punkt, an dem Bestände nach einem Jahr unbrauchbar werden. Wie eine tragfähige Benennung aussieht, beschreibt der Beitrag Videos benennen und ordnen. Wenn Sie die Clips zusätzlich in Playlists sortieren, bleibt eine Reihe auch dann zusammen, wenn zwischen den Folgen andere Videos erscheinen.
Kurz gefasst
Ideen für Kurzvideos entstehen nicht im Moment des Drehs, sondern vorher auf einer Liste. Wer zwanzig Situationen notiert, die im eigenen Betrieb ohnehin vorkommen, und einigen davon einen Termin gibt, hat für Monate genug Stoff. Aus den Punkten, die sich wiederholen lassen, wird mit der Zeit ein Format.
Häufige Fragen
Wie viele Kurzvideos sollten wir pro Monat veröffentlichen?
Weniger, dafür regelmäßig. Zwei Clips im Monat über ein Jahr hinweg wirken stärker als zehn in einer Woche und danach Stille. Legen Sie die Zahl so fest, dass sie auch in einer vollen Woche gehalten werden kann.
Dürfen wir auf Baustellen von Kunden filmen?
Fragen Sie den Auftraggeber vorher und halten Sie die Zusage schriftlich fest, auch kurz per Mail. Das ist ein Praxishinweis und keine Rechtsberatung, aber es verhindert die meisten späteren Diskussionen.
Was tun, wenn ein Clip misslungen ist?
Löschen und beim nächsten Anlass neu drehen. Der Vorteil des Formats liegt darin, dass ein misslungener Clip nur wenige Minuten gekostet hat. Nachbessern lohnt sich bei dieser Länge selten.
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